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Alexander von der Groeben: Vom Judoka zum TV-Gesicht

adminBy adminOktober 25, 2026Keine Kommentare4 Mins Read
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Alexander von der Groeben hat zwei Karrieren hinter sich, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und beide erfolgreich gemeistert. In den 1980er-Jahren war er einer der besten Judokas Europas, Europameister und Olympia-Teilnehmer. Danach wurde er zu einem der bekanntesten Sportstimmen im deutschen Fernsehen: Moderator, Kommentator und später auch Schauspieler. Dieser Artikel erzählt seine sportliche Karriere – die Grundlage für alles, was danach kam.

Geboren wurde er als Sigurd Alexander Adalbert Graf von der Groeben am 5. Oktober 1955 in Ratingen. Er entstammt dem Adelsgeschlecht der von der Groeben und kämpfte für den VfL Wolfsburg – den Verein, mit dem er auch deutsche Meistertitel gewann, einzeln wie mit der Mannschaft.

Der Aufstieg: Einer der besten Judokas Europas

In den 1980er-Jahren gehörte Alexander von der Groeben zur europäischen Spitze im Schwergewicht (über 95 kg) und in der offenen Klasse. Seine Medaillenbilanz bei Europameisterschaften liest sich wie ein Who’s who des europäischen Judo jener Zeit: Bronze 1981 in Debrecen, Bronze 1983 in Paris, Gold 1984 in Lüttich im Schwergewicht, Gold 1985 in Hamar in der offenen Klasse, dazu Silber 1985 in Hamar im Schwergewicht, Bronze 1987 in Paris, Silber 1988 in Pamplona und Bronze 1990 in Frankfurt in der offenen Klasse.

Insgesamt sind das zwei Europameistertitel, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen bei Europameisterschaften – eine Bilanz, die nur wenige deutsche Judokas erreicht haben. Dazu kommen deutsche Meistertitel im Einzel und mit der Mannschaft des VfL Wolfsburg.

Der größte Erfolg: WM-Bronze 1989 in Belgrad

Der Höhepunkt seiner internationalen Karriere war der dritte Platz bei den Weltmeisterschaften 1989 in Belgrad in der offenen Klasse. Während er auf europäischer Ebene regelmäßig medaillierte, war die WM-Medaille der Beweis, dass er auch weltweit zur Spitze gehörte. In einer Zeit, in der das Judo von japanischen, sowjetischen und französischen Kämpfern dominiert wurde, war eine WM-Medaille für einen deutschen Schwergewichtler eine Seltenheit.

Bei Olympischen Spielen blieb ihm eine Medaille dagegen verwehrt: Er nahm 1984 in Los Angeles und 1988 in Seoul teil, gewann dort aber keine Medaille – bei den Spielen 1984 erreichte er das Viertelfinale. Das ist kein Makel, sondern zeigt, wie eng die Weltspitze im Judo beieinanderlag: Wer Europameister wird, ist noch lange nicht automatisch Olympiasieger.

Warum er als „Judo-Graf“ bekannt wurde

In den Medien wurde Alexander von der Groeben früher auch als „Judo-Graf“ bezeichnet – eine Anspielung auf seine adelige Herkunft und seine Sportart zugleich. Der Spitzname blieb haften, auch als er längst nicht mehr auf der Matte stand. Er zeigt, wie sehr seine Herkunft und sein Sport in der öffentlichen Wahrnehmung miteinander verbunden waren.

Seine Eltern waren Johann-Albrecht von der Groeben (1922–1994) und dessen zweite Ehefrau Ingeborg Baumeister (geboren 1931). Die Familie gehört zum alten Adel – ein Hintergrund, der in Interviews immer wieder thematisiert wurde, den von der Groeben selbst aber nie in den Vordergrund stellte. Auf der Matte zählte ohnehin nur die Leistung.

Das Ende der Sportkarriere – und der Übergang

Um 1990 beendete Alexander von der Groeben seine aktive Judokarriere. Das Timing war ideal: Er war noch jung genug für einen zweiten Berufsweg, aber erfahren genug, um als Experte ernst genommen zu werden. Schon während seiner aktiven Zeit hatte er erste mediale Erfahrungen gesammelt – 1988 trat er sogar in einer Statistenrolle im Film „Walter Bockmayers Geierwally“ auf, als Page in Lederhosen und Faschingstirolerhut, und wurde trotz der kleinen Rolle im Nachspann mit vollem Namen genannt.

Nach dem Sport wechselte er nahtlos in den Journalismus: zunächst als Kommentator bei Premiere, dann als Moderator bei Sat.1. Seine Erfahrung als Spitzensportler gab ihm dabei eine Glaubwürdigkeit, die man sich nicht anlesen kann – er wusste, wie sich ein Kampf anfühlt, wie man sich auf einen Gegner vorbereitet und wie man mit Niederlagen umgeht.

Häufige Fragen zur Judo-Karriere

Wann wurde Alexander von der Groeben Europameister?

1984 in Lüttich im Schwergewicht und 1985 in Hamar in der offenen Klasse.

Hat er eine Olympia-Medaille gewonnen?

Nein. Er nahm 1984 und 1988 an Olympischen Spielen teil, gewann aber keine Medaille.

Was war sein größter Erfolg?

Die WM-Bronzemedaille 1989 in Belgrad in der offenen Klasse, dazu zwei Europameistertitel.

Für welchen Verein kämpfte er?

Für den VfL Wolfsburg, mit dem er auch deutsche Meistertitel gewann.

Warum heißt er „Judo-Graf“?

Als Spitzname der Medien – eine Anspielung auf seine adelige Herkunft und seine Sportart Judo.

Wann wurde er geboren?

Am 5. Oktober 1955 in Ratingen.

Fazit

Alexander von der Groebens Judo-Karriere ist die Geschichte eines Mannes, der in den 1980er-Jahren zur europäischen Spitze gehörte, eine WM-Medaille gewann und zweimal bei Olympia antrat – ohne je den ganz großen Titel zu holen. Genau das macht seine Karriere glaubwürdig und menschlich: Sie zeigt, dass man auch ohne Olympiagold ein großer Sportler sein kann. Und sie legte das Fundament für seine zweite Karriere – als Stimme des Sports im deutschen Fernsehen, die weiß, wovon sie spricht, weil sie es selbst erlebt hat.

Alexander von der Groeben Europameister Judo Olympia Sportmoderator VfL Wolfsburg
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