Es gibt Namen, die im deutschen Springsport jeder kennt. Und es gibt Namen wie Gina Hanauer. Sie stehen für etwas anderes: für Beständigkeit, für jahrelange ehrliche Arbeit abseits der großen Bühnen – und für einen Sport, der in Mecklenburg-Vorpommern tief in der ländlichen Kultur verwurzelt ist. Gina Hanauer ist Springreiterin aus Reimershagen, einem kleinen Ort im Landkreis Rostock, und seit Jahren eine feste Größe auf den regionalen Turnierplätzen des Nordostens.
Aber es gibt viel mehr an ihrer Geschichte als Ranglistenpunkte und Platzierungen. Es ist die Geschichte einer Partnerschaft mit einem Pferd, die mehr als ein Jahrzehnt hielt. Von vier Siegen innerhalb von sieben Tagen. Und vom Mut, nach dem Abschied von einer langjährigen Sportpartnerin mit einem jungen Pferd noch einmal ganz von vorn anzufangen.
Dieses Porträt zeichnet den Weg von Gina Hanauer nach – von den ersten Turnierstarts über die erfolgreichste Saison ihrer Karriere bis zum Neuanfang mit Cleo 269 und den Ambitionen für die Saison 2026. Wer verstehen will, was den regionalen Springsport in Deutschland wirklich ausmacht, kommt an Reiterinnen wie ihr nicht vorbei.
| Vollständiger Name | Gina Hanauer |
|---|---|
| Bekannt als | Springreiterin aus Reimershagen (Mecklenburg-Vorpommern) |
| Geburtsjahr | Öffentlich nicht bekannt |
| Alter | Öffentlich nicht bekannt |
| Herkunft | Reimershagen, Landkreis Rostock |
| Nationalität | Deutsch |
| Beruf | Springreiterin (Amateursport) |
| Heimatverein | RFV Vietgest e. V. |
| Leistungsklasse | 5 (Starts bis Klasse L) |
| Pferde | Tiffy 58, Cleo 269 |
| Familienstand | Öffentlich nicht bekannt |
| Kinder | Öffentlich nicht bekannt |
| Status | Aktiv im Turniersport (Stand 2026) |
Wer ist Gina Hanauer?
Gina Hanauer ist eine deutsche Springreiterin, die seit Jahren im regionalen Turniersport in Mecklenburg-Vorpommern startet. Ihr Heimatverein ist der traditionsreiche RFV Vietgest e. V. im Landkreis Rostock, der über den Pferdesportbund LK Rostock zum Landesverband Mecklenburg-Vorpommern gehört – einem Verband mit rund 9.000 Mitgliedern.
Die nüchternen Zahlen ihrer Karriere lesen sich beeindruckend: Laut Auswertung der FN-Erfolgsdatenbank hat Gina Hanauer mehr als 128 Prüfungen absolviert und dabei elf Siege in der Klasse A errungen. Sie startet mit Leistungsklasse 5, was ihr Starts bis zur Klasse L erlaubt – also Parcours zwischen 95 Zentimetern (A) und maximal 115 Zentimetern (L) Hindernishöhe.
Was diese Zahlen im Amateursport bedeuten, versteht nur, wer den Alltag dahinter kennt: Jede Prüfung bedeutet Anfahrt, Nenngeld, Vorbereitung und ein Pferd in Topform. Mehr als 128 Starts sind kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger, konsequenter Arbeit – Woche für Woche, Saison für Saison.
Frühes Leben und Familie
Über Gina Hanauers Kindheit und Familie ist öffentlich wenig bekannt – und das ist bei Sportlerinnen des regionalen Amateursports eher die Regel als die Ausnahme. Was sich sagen lässt, ergibt sich aus ihrer Heimat: Reimershagen ist ein kleiner Ort im Landkreis Rostock, ländlich geprägt, eingebettet in eine Region, in der der Pferdesport seit Generationen zum Alltag gehört.
In Mecklenburg-Vorpommern wächst man vielerorts buchstäblich neben Pferden auf. Der Weg in den Sport führt meist über den örtlichen Reitverein: Reitabzeichen, Vereinslehrgänge, die ersten Starts in E- und A-Prüfungen. Dass Gina Hanauer heute in Leistungsklasse 5 startet, spricht für einen langen, geduldigen Weg durch dieses System – einen Weg, auf dem man sich jeden Aufstieg durch Platzierungen und Erfolge verdienen muss.
Fest steht: Ihre sportliche Heimat ist der RFV Vietgest e. V., und sie ist dort nicht nur Starterin, sondern Teil einer lebendigen Vereinsgemeinschaft – mit Lehrgängen, Austausch unter Aktiven und allem, was den Amateursport abseits der Profiszene ausmacht.
Tiffy 58: Eine Partnerschaft über zehn Jahre
Das prägende Kapitel in Gina Hanauers Karriere heißt Tiffy 58. Die Partnerschaft mit der Stute begann 2012, als Tiffy noch jung war und Gina ihre ersten Turniere auf Einstiegsniveau bestritt. Schon ein Jahr nach dem gemeinsamen Debüt gelang der erste Sieg in einer A-Prüfung – ein Meilenstein für Reiterin und Pferd gleichermaßen.
Was folgte, war eine der beständigsten Partnerschaften, die der regionale Springsport in MV gesehen hat: elf Siege in der Klasse A, dazu ein zweiter Platz auf L-Niveau. Höhepunkt des gemeinsamen Muts war ein Start in einer M-Prüfung über 125 Zentimeter – ein gewagter Schritt in eine Klasse, die deutlich über dem Gewohnten lag. Zur Platzierung reichte es dort nicht, doch allein der Start zeigte, wozu dieses Duo bereit war.
Bemerkenswert ist vor allem die Dauer: Über zehn Jahre blieb das Paar am Wettkampfgeschehen beteiligt. Selbst in der schwierigen Saison 2020, als die Corona-Pandemie den Turniersport weitgehend lahmlegte, gelangen weitere Erfolge. Beim letzten gemeinsamen Start war Tiffy bereits 19 Jahre alt – ein stolzes Alter für ein Turnierpferd und ein Beleg für Ginas feinfühligen Umgang mit ihrer Sportpartnerin.
2019: Vier Siege in sieben Tagen
Die Saison 2019 war Gina Hanauers erfolgreichste Turnierphase – und eine Woche im August 2019 sticht bis heute heraus. Innerhalb von nur sieben Tagen gelangen ihr mit Tiffy 58 vier erste Plätze, eine Seltenheit im Amateursport.
Am 25. August gewannen die beiden in Parkentin nicht nur die Springprüfung der Klasse A, sondern am selben Tag auch noch die Punktespringprüfung A. Zwei Siege an einem Tag verlangen höchste Konzentration und Nervenstärke, denn jeder Parcours stellt neue Fragen. Nur sechs Tage später entschied das Duo in Güstrow zwei weitere Prüfungen für sich – diesmal auf höherem Anspruchsniveau.
Was diese Woche so besonders macht: Alle Siege gelangen auf unterschiedlichen Parcours. Das setzt ein Maß an Anpassungsfähigkeit voraus, das man nicht trainieren kann wie eine Distanz – es entsteht aus jahrelangem Vertrauen zwischen Reiterin und Pferd. Für viele Vereinskameraden und Nachwuchsreiterinnen wurde Gina Hanauer in dieser Phase zum Vorbild dafür, was Ausdauer und Teamgeist im Springsport bewirken können.
Der schwierige Übergang: Cleo 269 und der Neuanfang
Jede lange Partnerschaft im Pferdesport endet irgendwann – und der Anfang mit einem neuen Pferd ist die härteste Prüfung für jede Reiterin. Für Gina Hanauer begann 2021 ein neues Kapitel mit Cleo 269, einer jungen, vielversprechenden Stute aus DSP-Zucht.
Die Umstellung von der routinierten Tiffy auf ein junges Pferd war nicht nur sportlich, sondern auch emotional ein Prozess: Jede neue Kombination braucht Zeit, um Vertrauen und eine gemeinsame Sprache aufzubauen. Die ersten Auftritte fanden folgerichtig in Springpferdeprüfungen statt – Prüfungen, die eigens zur Förderung junger Pferde ausgeschrieben werden.
Geduld zahlte sich aus: 2023 erreichten Gina und Cleo einen sechsten Platz in einer A-Springpferdeprüfung in Hohen Luckow. Dass Cleo neben Parcoursprüfungen inzwischen auch Geländeeinsätze meistert, unterstreicht ihre Vielseitigkeit – und Ginas Engagement, Pferde vielseitig und behutsam auszubilden statt sie zu verheizen.
2025: Der Mut zur Vielseitigkeit
Das Jahr 2025 stand für Gina Hanauer im Zeichen eines mutigen Experiments: Mit Cleo 269 wagte sie den Schritt in die Vielseitigkeit. Im Frühjahr absolvierte das Duo sechs Starts auf Geländekursen in zwei Bundesländern – unter anderem in Großenwiehe und am Süseler Baum, was die beiden bis nach Schleswig-Holstein führte, weit weg von den gewohnten Plätzen in MV.
Geländestrecken stellen Reiterin und Pferd vor unberechenbare Aufgaben: feste Hindernisse, Wasser, wechselnder Boden. Nicht jeder Start endete mit einer Platzierung – doch genau darin liegt der Wert dieser Phase. Cleo sammelte Erfahrungen, die über normale Parcoursprüfungen weit hinausgehen, und das Vertrauensverhältnis zwischen Reiterin und Pferd wuchs mit jeder Strecke.
Ab Sommer kehrte der Fokus zurück auf den Springsport: Zwei neunte Plätze in Spoitgendorf und Malchow bestätigten eine solide Formkurve, dazu kam der Start beim Qualifikationsturnier zum Müritzcup in Hohen-Wangelin/Cramon. Die Botschaft der Saison: Entwicklung braucht manchmal Umwege – und Gina Hanauer scheut sie nicht.
Was Gina Hanauer besonders macht
Im Profisport zählen Siege. Im Amateursport zählt etwas anderes: Dranbleiben. Genau das ist Gina Hanauers größte Stärke. Mehr als 128 Prüfungen, eine über zehnjährige Partnerschaft mit einem Pferd, der geduldige Neuaufbau mit einem jungen Pferd – das alles spricht für eine Reiterin, die den Sport nicht als Bühne, sondern als Lebensinhalt begreift.
Dazu kommt ihr Gespür für Pferde: Tiffy bis ins Alter von 19 Jahren erfolgreich im Sport zu halten, ein junges Pferd wie Cleo behutsam über Springpferdeprüfungen und Geländestarts aufzubauen – das ist horsemanship im besten Sinne. Es geht ihr erkennbar um die langfristige Entwicklung ihrer Pferde, nicht um schnelle Erfolge um jeden Preis.
Und schließlich: ihre regionale Verbundenheit. Gina Hanauer startet für ihren Heimatverein, prägt die Turnierszene in MV mit und ist für Nachwuchsreiterinnen ein greifbares Vorbild – näher und echter als jeder Profistar im Fernsehen.
Der regionale Springsport: Malchow, Cramon, Fleesensee
Wer Gina Hanauers Karriere verstehen will, muss ihre Turnierorte kennen. Malchow im Herzen des Müritzkreises ist für viele Reiterinnen der Region ein Saisonhighlight – ein traditionsreiches Turnier, bei dem sich Jahr für Jahr Springreiter aus ganz Norddeutschland messen.
Cramon steht für die beliebten Qualifikationsturniere zum Müritzcup, einer regionalen Turnierserie. Die Prüfungen am Kastanienhof gelten als anspruchsvoll – genau das richtige Pflaster für ambitionierte Amateure, die sich weiterentwickeln wollen. Fleesensee wiederum bietet in der Wintersaison Hallenturniere und hält Reiterinnen wie Gina auch außerhalb der Outdoor-Saison im Rhythmus.
Dieses Dreieck aus Traditionsturnier, Qualifikationsserie und Winterstation ist typisch für den deutschen Amateursport: ein fein gesponnenes Netz aus Veranstaltungen, Vereinen und Ehrenamt, das den Springsport in der Fläche am Leben hält – weit weg von den TV-Kameras der großen Championate.
Ausblick: Die Saison 2026
Auch 2026 bleibt Gina Hanauer ihrer Linie treu. Die FN-Erfolgsdatenbank verzeichnet bereits zehn Ranglistenpunkte – ein klares Signal, dass die Formkurve weiter nach oben zeigt. Cleo 269 ist inzwischen neun Jahre alt und steht damit am Beginn ihres sportlichen Hauptalters: Die behutsame Aufbauarbeit der vergangenen Saisons beginnt sich auszuzahlen.
Das sportliche Ziel liegt auf der Hand: sich weiter an Prüfungen der Klasse L herantasten und Routine auf höherem Niveau sammeln. Starts auf den bewährten Plätzen in Malchow oder Cramon werden dabei ebenso eine Rolle spielen wie der ein oder andere Abstecher zu neuen Turnierstätten.
Bottom Line
Gina Hanauer wird nie in den Schlagzeilen der großen Pferdesportmedien stehen – und genau das macht ihre Geschichte so erzählenswert. Sie steht für die Tausenden von Reiterinnen und Reitern, die den deutschen Pferdesport tragen: mit zwei Pferden, einem Heimatverein, über 128 Prüfungen im Rücken und der stillen Entschlossenheit, jedes Jahr ein bisschen besser zu werden als im Vorjahr.
Woher kommt Gina Hanauer?
Gina Hanauer kommt aus Reimershagen, einem kleinen Ort im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Heimatverein ist der RFV Vietgest e. V.
Welche Pferde reitet Gina Hanauer?
Ihre beiden bekannten Turnierpferde sind Tiffy 58, mit der sie von 2012 an über zehn Jahre erfolgreich war (elf Siege Klasse A), und die DSP-Stute Cleo 269, mit der sie seit 2021 eine neue Partnerschaft aufbaut.
In welcher Leistungsklasse startet Gina Hanauer?
Gina Hanauer startet mit Leistungsklasse 5. Damit darf sie Prüfungen bis zur Klasse L reiten – Parcours zwischen 95 cm (A) und 115 cm (L) Hindernishöhe.
Was war Gina Hanauers größter Erfolg?
Ihre erfolgreichste Phase war die Saison 2019: Im August gewann sie mit Tiffy 58 vier Prüfungen innerhalb von sieben Tagen – zwei Siege in Parkentin (am selben Tag) und zwei weitere in Güstrow.
Was ist der Müritzcup?
Der Müritzcup ist eine regionale Turnierserie in Mecklenburg-Vorpommern. Qualifikationsturniere finden unter anderem in Cramon (Hohen-Wangelin/Cramon) statt, wo auch Gina Hanauer 2025 am Start war.
Ist Gina Hanauer 2026 noch aktiv im Turniersport?
Ja. Laut FN-Erfolgsdatenbank hat sie 2026 bereits zehn Ranglistenpunkte gesammelt und startet weiterhin mit Cleo 269 – unter anderem mit dem Ziel, sich in der Klasse L zu etablieren.
Am Ende bleibt ein einfaches Bild: eine Reiterin, zwei Pferde, ein Verein – und eine Karriere, die beweist, dass im Sport die Beständigen am weitesten kommen. Gina Hanauer reitet weiter. Und das ist die eigentliche Nachricht.
